Warum Korrigieren so lange dauert und welchen Teil eine App übernehmen kann
Einen Stapel Multiple-Choice-Tests zu korrigieren ist vor allem Zählen, nicht Urteilen. Wo die Stunden bleiben, was eine Korrektur-App stattdessen tut und was nicht.
Kurz gesagt: Die meiste Zeit beim Korrigieren von Multiple-Choice-Tests geht für mechanische Arbeit drauf: Antworten mit dem Schlüssel vergleichen, Punkte zählen, Punkte in eine Note umrechnen und sie eintragen. Diesen Teil kannst du einem Handy überlassen. Bei der Lehrkraft bleibt, wofür es eine Lehrkraft braucht: zu entscheiden, was mit den Fragen passiert, die die Klasse nicht konnte.
Wo die Zeit bleibt
Einen Multiple-Choice-Bogen von Hand zu korrigieren ist eine kleine Arbeit, die sich ständig wiederholt:
- Den Namen des Schülers und den richtigen Lösungsschlüssel finden.
- Die Antworten eine nach der anderen durchgehen und die falschen markieren.
- Die Punkte zählen.
- Nachsehen, welche Note zu dieser Punktzahl gehört.
- Die Note eintragen, auf dem Bogen und in die eigenen Unterlagen.
Keiner dieser Schritte ist schwer. Zusammen kosten sie ein paar Minuten pro Bogen, und eine Lehrkraft mit mehreren Klassen wiederholt sie im Halbjahr hunderte Male. Grade AI rechnet mit 3 Minuten pro Bogen als gesparter Zeit, das ist eine Schätzung, keine Messung. Bei einer Klasse mit 30 Schülern sind das etwa 90 Minuten pro Test.
Bei der mechanischen Arbeit passieren auch die Fehler
Zählen ist langweilig, und Langeweile führt zu kleinen Fehlern: eine übersprungene Zeile, eine falsch addierte Summe, eine Note aus der falschen Zeile der Tabelle. Schüler merken das, und ein strittiger Punkt am Ende der Stunde kostet mehr Zeit als die Korrektur. Ein Scan wendet auf jeden Bogen denselben Schlüssel und dieselbe Notenskala an.
Was verloren geht, wenn Korrigieren lange dauert
Wenn die Korrektur einen ganzen Abend kostet, steht am Ende eine Note pro Schüler und meist nichts weiter. Niemand hat Zeit zu zählen, wie viele Schüler bei Frage 7 die Antwort C gewählt haben.
Genau diese Zahl ist oft das Wertvollste, was ein Test verrät. Wenn die halbe Klasse dieselbe falsche Antwort wählt, ist selten die halbe Klasse unaufmerksam. Meist ist es ein Gedanke, der nicht angekommen ist, und es lohnt sich, ihn schon morgen noch einmal zu erklären, solange der Stoff frisch ist.
Was eine App stattdessen tut
Mit Grade AI schreiben die Schüler wie bisher mit Kugelschreiber auf Papier. Jeder hat seinen eigenen Bogen mit Namen, QR-Code, den Fragen und einem Kreis für jede Antwort. Die Lehrkraft scannt die Bögen mit dem Handy:
- Die Note wird gespeichert, sobald der Bogen gescannt ist, nach der Notenskala der Lehrkraft.
- Für jede Frage zählt die App, wie viele Schüler A, B, C und D gewählt haben.
- Eine Karte „Morgen noch einmal erklären" zeigt die Frage, die der Klasse am schwersten fiel.
- Durchschnitte, Verlauf und Rangliste entstehen von selbst, je mehr Tests gescannt sind.
- Die App behält im Blick, wer den Test noch nicht geschrieben hat.
Wie das Scannen in der Praxis aussieht, beschreibt Schritt für Schritt der Artikel Einen Multiple-Choice-Test mit dem Handy korrigieren.
Was eine App nicht kann
Die Grenzen gehören dazu:
- Nur Multiple-Choice-Fragen. Grade AI liest Antworten von A bis D. Aufsätze, Rechnungen mit Lösungsweg und offene Fragen korrigiert weiter die Lehrkraft.
- Ein Test ist nur so gut wie seine Fragen. Ein Scanner korrigiert schnell, macht aber eine unklare Frage nicht klar. Gute Fragen zu schreiben bleibt Aufgabe der Lehrkraft, auch wenn sie mit KI-Entwürfen beginnt (siehe KI-Testfragen aus eigenen Notizen).
- Kein Export in die Schulverwaltung. Grade AI schickt keine Noten an Schulverwaltungssysteme. Führt deine Schule die Noten online, trägst du sie dort selbst ein.
Lohnt sich das auch für eine kleine Klasse?
Die Ersparnis wächst mit der Zahl der Bögen. Bei einer Klasse und einem Test im Monat reicht Korrigieren von Hand vielleicht. Bei mehreren Klassen und häufigen kurzen Tests summieren sich die Minuten pro Bogen schnell, und genauso wächst der Wert des Überblicks, welche Fragen die Klasse nicht konnte.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit spart eine Korrektur-App?
Grade AI rechnet mit 3 Minuten pro gescanntem Bogen: so lange würde es dauern, die Antworten von Hand zu prüfen, die Punkte zu zählen und die Note einzutragen. Die App zeigt diese Schätzung in den Statistiken und schreibt dazu, wie sie entsteht.
Brauchen Schüler dafür Geräte?
Für den Test nicht. Sie schreiben mit Kugelschreiber auf einen gedruckten Bogen. Jeder Schüler tritt einmal mit dem Klassencode der Klasse bei, und so kann er später auch seine eigenen Noten sehen.
Ersetzt die App das Urteil der Lehrkraft?
Nein. Sie übernimmt das Zählen. Was noch einmal erklärt wird, wie Grenzfälle bewertet werden und wie der nächste Test aussieht, entscheidet weiter die Lehrkraft.
Probier es beim nächsten Test.
Klasse anlegen, Bögen drucken, Zeit stoppen. Gescannt wird am Handy. Erstellen und Drucken gehen auch im Browser.